Machmal werde ich gefragt, warum ich diese Ausbildung und diesen Job überhaupt mache. Auch, weil ich bereits einen Beruf erlernt habe, darin gearbeitet und gar nicht mal schlecht verdient habe.
Ich möchte euch kurz einen Einblick in meine Beweggründe geben, warum ich heute hier bin wo ich bin.
Die Faszination Rettungsdienst nahm ihren Lauf im Juli 2014, als ich meinen Zivildienst beim ASBÖ, Gruppe Linz antrat.
Zugegeben, ich habe mich damals aus weitaus anderen Gründen für die Rettung entschieden, als meine heutigen Gründe, diesen Beruf auszuüben.
Da das Bundesheer für mich persönlich nicht in Frage kam, ich bereits Freunde beim ASB Linz hatte und auch gleich am Anfang der Rettungssanitäterausbildung die Zusatzausbildung zum Einsatzlenker machen konnte, gepaart mit dem Adrenalin evtl. doch einmal ein Menschenleben ernsthaft retten zu können, war die Entscheidung schnell getroffen.
Während diesen 9 Monaten Zivildienst habe ich den Rettungsdienst lieben gelernt. Neben einigen spannenden Einsatzerfahrungen, habe ich auch viele neue Freunde gewonnen.
Der kammeradschaftliche Zusammenhalt, den ich vorher bereits aus der Stadtkapelle kannte, wurde auch beim ASB Linz Tag für Tag gelebt.
Nicht umsonst bin ich seit dem Ende meiner Zivildienstzeit bis heute ehrenamtlich als Rettungssanitäter im Verein tätig.
Mit Freunden gemeinsam eine schöne Zeit verbringen und dabei auch noch etwas nützliches für die Gesellschaft tun, das gibt es nicht überall.
Auch bei gemeinsamen Fortbildungsveranstaltungen lässt sich der Ernst des Lebens mit Spiel und Spaß sehr gut verbinden.
Allerdings kam irgendwann der Punkt, wo ich mehr wollte, als nur in meiner Freizeit Patienten zu betreuen und bei kritischen Patienten praktisch immer auf die Hilfe des Notarztes angewiesen zu sein.
Nach reichlicher Überlegung kam ich zu dem Entschluss, dass ich den Rettungsdienst zu meinem Hauptberuf machen möchte und das so kompetent wie nur möglich. Deshalb fiel meine Wahl dann auch relativ schnell auf Deutschland.
Anfangs wurde ich, gerade von engen Freunden und Familie, oft gefragt, warum ich denn nicht den Beruf des Krankenpflegers erlernen möchte. Immerhin seien doch die Aufgaben im Krankenhaus/Notaufnahme doch quasi gleich, wie die im Rettungsdienst. [Ich glaube ja bis heute, dass das einfach nur eine Taktik von ihnen war mich davon abzuhalten ins Ausland zu gehen ;-)]
Nach meinem Klinikpraktikum in der Pflege und der Notaufnahme kann ich nun mit 100 %iger Sicherheit sagen: Nein dem ist definitiv nicht so. :-D
Es ist dieser gewisse Nervenkitzel, die Spannung und das Adrenalin, das diesen Beruf so besonders machen. Am Anfang des Tages nie zu wissen was kommt. Und wenn man zu einem Notfallpatienten fährt, diesen mit dem nötigen medizinischen Fachwissen und dementsprechender Medizintechnik zu versorgen. Genau das ist für mich das, was diesen Job ausmacht.
Nun zu der Frage warum Rettungsdienst und nicht weiterhin Gastronomie/Hotellerie, beispielsweise in der Schweiz.
Diese Frage habe ich auch schon mehr als ein Mal gehört, vor allem wenn ich offen lege, was ich damals in Zürich verdient habe.
Rettungsdienst und Gastronomie habe sehr viele parallelen: Schichtarbeit, Überstunden, geringe Entlohnung, für das was man leistet, Feiertag ist ein Fremdwort, die Arbeit mit Menschen, etc...
Ja es stimmt, unterm Schnitt kommt finanziell in der Gastronomie mehr raus, als im Rettungsdienst.
Aber da ich aus eigener Erfahrung weiß, wie es ist hilflos und auf die professionelle Hilfe anderer angewiesen zu sein, habe ich es mir persönlich zur Aufgabe gemacht einer dieser professionellen Helfer in medizinischen Notsituationen zu werden.
Ich bin stolz darauf, was ich bis jetzt in meiner Zeit beim ASB Linz erreicht habe, über die dort neu gewonnen Freunde und die gemeinsamen Stunden mit ihnen.
Nun bin ich hier in München und habe noch 2,5 Jahre Ausbildung vor mir und das mit einem klaren Ziel vor Augen:
Danach zu dem Teil der Gesellschaft gehören zu dürfen, der andere in Notsituationen schnell und professionell helfen kann, dabei neue Freunde gewinnt und Spaß an der Arbeit hat.
Und sollte da jetzt irgendetwas falsch rübergekommen sein...ich weiß sehrwohl, dass es auch viele sinnbefreite Einsätze gibt, bei denen man am Patienten nichts macht und an den Hausarzt weiterverweist. Aber wenn es dann doch einmal hart auf hart kommt, weiß ich wieder warum ich das alles mache.
In diesem Sinne wünsche ich euch allen morgen einen schönen Wochenstart und bis bald,
Patrick