Am Freitag durfte ich gemeinsam mit meiner Kollegin und guten Freundin Kathi an einer groß angelegten Übung der Freiwilligen Feuerwehr Geiselbullach teilnehmen.
Nach der Schule besetzten wir einen RTW, der auf der Hauptwache bereits auf uns wartete und fuhren damit nach Geiselbullach.
Alles was wir bis zu diesem Zeitpunkt wussten war, dass es sich um eine technische Hilfeleistunsgsübung handelte, also vermutlich ein Verkehrsunfall, bei dem wir ein oder zwei Patienten zu versorgen haben.
In Geiselbullach angekommen wurden wir bereits von der Übungsleiterin empfangen und uns wurde gesagt, dass wir als 1. RTW bei dieser Übung geplant sind. Heißt, es kommen noch weitere Kollegen vom Rettungsdienst, sowie eine zweite Feuerwehr dazu und das Übungsszenario wird doch etwas größer als gedacht.
Alles klar - wir, zwei Azubis im 3. Lehrjahr, die außer in der Theorie noch keinen größeren Realeinsatz geleitet haben, sollten plötzlich die eigenverantwortliche Einsatzleitung bei einem Großunfall bzw. Massenanfall von Verletzten (MANV) übernehmen.
Wir beredeten uns kurz und sahen uns noch einmal die für Bayern gültigen Algorithmen an für ein derartiges Szenario.
Nach und nach kamen nun auch die restlichen Kollegen vom Roten Kreuz, den Maltesern und der Freiwilligen Feuerwehr Gernlinden, sowie unser Notarzt.
Es wurden Hände geschüttelt, erste Worte gewechselt, bis schließlich alle in der Fahrzeughalle im Kreis versammelt waren und die Verantwortlichen ein paar kurze Worte an uns richteten.
Danach ging es auch schon los. Die Mannschaften wurden eingeteilt, die Fahrzeuge besetzt und laut Alarmierungsplan auf der Straße vor dem Feuerwehrhaus Aufstellung genommen.
Auf unserem RTW fuhr noch ein weiterer Kollege und der Notarzt mit, der die medizinische Leitung bei so einem MANV hat. Wir als 1. RTW übernehmen laut Richtlinien hierbei die organisatorische Einsatzleitung, bis (bei einem Realeinsatz) der bestellte Einsatzleiter Rettungsdienst oder organisatorische Einsatzleiter eintrifft.
Der medizinische Leiter entscheidet welche Patienten bei der Behandlung Vorrang haben und wie jeder einzelne Patient genau behandelt wird.
Der organisatorische Leiter ist für die Nachforderung von weiteren Kräften und die Registrierung der verfügbaren Einsatzkräfte, sowie Patienten verantwortlich, ebenso wie für die Aufteilung der Kräfte am Einsatzort, den gesamten Ablauf des Einsatzes und der Anmeldung in den Kliniken.
Da standen wir also, aufgereiht nach dem Ausrückplan und warteten auf unsere Alarmierung.
Ich war der Patientnverantwortliche auf dem Auto, sprich der Beifahrer und somit im Falle des Falles auch der, der die Einsatzleitung übernehmen muss. Kathi war die Fahrerin und somit meine rechte Hand, als auch für eine eventuelle Patientenbetreuung vor Ort zuständig.
Gegen ca. 19:22 Uhr erhielten wir das Startsignal und wir fuhren los Richtung Einsatzstelle. Es handelte sich um ein Betriebsgelände, dass uns freundlicherweise für die Übung zur Verfügung gestellt wurde.
Keine 5 Minuten später kamen wir an der Einsatzadresse an und tatsächlich - zwei verunfallte PKW, ein Radlader, ein LKW und ein Brand im Hintergrund.
Kathi parkte den RTW außerhalb des Gefahrenbereiches, ich setzte mir den Helm auf und zog mir den gelben Überwurf "1. RTW" über (Einsatzleiterweste).
Nach einem kurzen check, ob jeder alles hat was er braucht, ging ich mit dem dritten Kollegen zur Sichtung Richtung Unfallstelle und Kathi mit dem Notarzt ans andere Ende der Einsatzstelle.
Es waren eine reanimationspflichtige Person im Radlader, im ersten PKW ein bewusstloses Kind, ein bewusstloser Beifahrer und ein ansprechbarer Fahrer. Im zweiten PKW, der auf dem Dach lag war eine bewusstlose Person im Auto eingeklemmt und eine bewusstlose Person lag unter dem Auto.
In oder unter dem LKW war zum Glück kein weiterer Patient zu finden, allerdings teilte er die Einsatzstelle in zwei kleine Abschnitte, was das Ganze etwas unübersichtlich gestaltete.
Das Feuer war für uns erstmal irrelevant, da es weit genug weg von uns war.
Nach den ersten gewonnenen Erkenntnissen forderte ich bei der Leitstelle weitere Rettungskräfte nach. Währenddessen traf auch schon die Feuerwehr ein, die sich zum einen sofort um den Brand kümmerte und zum anderen um unsere eingeklemmten Patienten in den beiden Fahrzeugen, sowie im Radlader.
Da die Person im Radlader einen Herz-Kreislauf-Stillstand hatte, wurde diese mittels Crash Rettung (Sofortrettung) von zwei Mann vom Radlader herunter gerettet und dem eben eingetroffenen nachgeforderten RTW Team zur Reanimation übergeben.
Kathi stand derweil beim ersten PKW mit den drei Verletzten als medizinsiche Ansprechpartnerin für die Feuerwehr und den Patienten zur Seite.
Hier wurde zuerst das Kleinkind gerettet und dem ebenfalls nachgeforderten Kindernotarzt übergeben. Danach wurde der bewusstlose Beifahrer von der Feuerwehr aus dem Auto befreit. Da zu diesem Zeitpunkt mangels Ressourcenknappheit kein komplettes RTW Team für die Patientenbetreuung zur Verfügung stand, kümmerte sich Kathi um den Patienten, der soweit kreislaufstabil war.
Inzwischen wechselte ich den Einsatzabschnitt, rüber zu dem PKW, der auf dem Dach lag. Dort war bereits die Feuerwehr drauf und dran den Patienten unter dem Auto hervor zu retten und ein weiteres RTW Team des BRK inklusive unserem Notarzt standen zur Versorgung bereit.
Währenddessen kümmerte sich unser dritter Kollege mit einem weiteren Trupp der Feuerwehr um die Befreiung des eingeklemmten Patienten im Auto.
Um 19:45 Uhr traf ich mich zur kurzen Lagebesprechung mit der Feuerwehr-Einsatzleitung an deren Einsatzleitwagen. Es wurden Patientenzahlen ausgetauscht und die aktuelle Situation besprochen, damit jeder auf dem gleichen Stand war.
Die ersten Patienten waren mittlerweile bereits in die umliegenden Krankenhäuser abtransportiert.
Es waren somit nur noch der ansprechbare Fahrer im ersten PKW und der bewusstlose, eingeklemmte Patient im zweiten PKW zu versorgen.
Priorität hatte hierbei der bewusstlose Patient in Auto Nummer zwei. Dieser wurde auch relativ zügig befreit und vom bereit stehenden RTW Team und dem Notarzt sogleich medizinisch erstversorgt und dem fiktiven Team des Rettungshubschraubers übergeben.
Somit blieb nur noch ein Patient über. Dieser wurde von der Feuerwehr in Zusammenarbeit mit dem RTW Team der Malteser über den Kofferraum aus dem Fahrzeug gerettet und ebenfalls mit Unterstützung vom Notarzt versorgt und abtransportiert.
Mit diesem letzten Abtransport um 20:15 Uhr war dann auch offizielles Übungsende. Alle Patienten waren in Krankenhäuser untergebracht, ein Patient, der als Passant die Einsatzstelle aufsuchte wurde die ganze Zeit über von der Feuerwehr betreut und der Brand war gelöscht.
Bevor die Schrottfahrzeuge von der Feuerwehr beseitigt wurden, durften wir vom Rettungsdienst den Rettungsspreizer selbst an den Autos ausprobieren und uns auch mal wie echte Feuerwehrmänner und -frauen fühlen.
Nachdem wir uns nach der Übung alle wieder im Feuerwehrhaus versammelt hatten, gab es zum Ausklang noch gutes Essen und Trinken und zum Abschluss eine Führung durch das Haus und die Hallen der Feuerwehr Geiselbullach.
Das Fazit der Übung fiel überaus positiv aus. Gerade für mich, der das erste Mal einen Einsatz in diesem Ausmaß leiten durfte ein kleiner Erfolg. Natürlich gab es ein, zwei Kleinigkeiten, die man besser machen hätte können/müssen, aber genau dafür sind solche Übungen da - um diese Schwachstellen aufzudecken und beim nächsten Realeinsatz diese Fehler nicht noch einmal zu machen.
Nach einem anstrengenden, aber super lehrreichen und tollen Abend, an dem wir auch neue Kontakte zu den Kollegen der anderen Einsatzorganisationen knüpfen konnten, fuhren Kathi und ich wieder zurück auf die Hauptwache und stellten unseren RTW und von dort aus trat jeder seinen Heimweg an.
Vielen Dank auch noch einmal an die beteiligten Feuerwehren Geiselbullach für die tolle Organisation und die Gastfreundschaft, sowie der Feuerwehr Gernlinden, den Kollegen vom BRK und dem MHD!
Dienstag, 13. November 2018
Sonntag, 28. Oktober 2018
Einsatzfahrt in der Nacht - Gedanken einer Nachtschicht
Es ist vier Uhr morgens, wir liegen gerade auf der Couch unserer Rettungswache, als uns der Melder aus unserer wohlverdienten, aber nur kurzen Ruhephase reißt.
Aufstehen, Schuhe anziehen, die Jacke schnappen, raus ins Treppenhaus und runter zum Auto. Ein Klick auf das blaue Fähnchen am Navigationsgerät verrät uns, wo uns dieser Einsatz hinführt. Das Schlagwort "#Schmerzen" ist darauf zu lesen, unweit unseres Standortes - so soll es sein.
Anschnallen, Status 3 drücken, Motor starten und los geht's auch schon. Kurz vor dem Ausfahrtsschranken wird der Knopf gedrückt, der die schwarze Nacht in Farbe hüllt - das Blaulicht am Dach und am Kühlergrill unseres Rettungswagens leuchtet und blitzt über den aufgehenden Schranken hinweg gegen die Hauswand und auf die Straße.
Um diese Uhrzeit ist außer uns keiner auf den Straßen unterwegs. Wir überqueren die Isar auf der beleuchteten Brücke und fahren am Tierpark vorbei, wo dessen Bewohner gerade ebenso friedlich schlafen, wie der Rest der Stadt. Naja fast - wir sind nämlich hellwach.
Während wir mit Blaulicht über die Straßen der Stadt gleiten, überlegen wir uns, was uns dort nun erwarten könnte. Um welche Schmerzen handelt es sich, wo genau hat der Patient diese Schmerzen und handelt es sich eventuell sogar um einen lebensbedrohlichen Herzinfarkt? Ist der Patient kurz vor der Bewusstlosigkeit aufgrund seiner starken Schmerzen, oder ist es verhältnismäßig eine Nichtigkeit, wie etwa ein verstauchter Fuß oder ähnliches?
Währenddessen ist der Blick immer nach vorne auf die Straße gerichtet und der Anblick, der sich uns nach einigen hundert Metern Fahrt bietet ist nahezu idyllisch - man könnte schon fast sagen kitschig, romantisch.
Das Blaulicht leuchtet die gesamte Straße aus, selbst die Bäume links und rechts am Gehweg sind in blaues Licht getaucht - vor uns der Mond, so groß und tief stehend, als wäre er zum greifen nahe. In dieser Nacht kann man meinen ist die Straßenbeleuchtung überflüssig, da der Mond am wolkenfreien Himmel die Stadt wunderschön ausleuchtet.
Für einen kurzen Moment dürfen wir diesen wundervollen Anblick und die Stille genießen, inmitten der Anspannung der Einsatzfahrt und des noch unbekannten, kommenden Patienten.
Drei Kurven später stehen wir vor der Einsatzadresse, vor dem Haus, in dem wir sehnsüchtig erwartet werden.
Status 4 gedrückt, Blaulicht ausschalten, Warnblinkanlage und Heckwarnleuchten an - für einen Augenblick ist nur das Klacken der Blinker im inneren des Fahrzeuges zu hören - noch einmal für eine Sekunde sammeln. Die Türen gehen auf, wir steigen aus, schultern uns das EKG und den Rucksack und verschwinden durch das Gartentor ums Hauseck, um dort dem bis jetzt unbekannten Patienten zu begegnen.
Unser Rettungswagen steht nun orange leuchtend und blinkend am Straßenrand, Auge in Auge mit dem gigantischen Mond und wartet darauf, dass wir wieder zurück kommen und mit ihm erneut über Münchens Straßen gleiten und sie in blaues Licht tauchen.
Noch weitere zwei Mal in dieser Nacht wird uns der Melder wieder hellwach rütteln, das Treppenhaus uns den Weg zum Auto ebnen, das blaue Fähnchen uns den richtigen Weg zeigen und das Blaulicht die Nacht um ihr düsteres schwarz bringen...

Aufstehen, Schuhe anziehen, die Jacke schnappen, raus ins Treppenhaus und runter zum Auto. Ein Klick auf das blaue Fähnchen am Navigationsgerät verrät uns, wo uns dieser Einsatz hinführt. Das Schlagwort "#Schmerzen" ist darauf zu lesen, unweit unseres Standortes - so soll es sein.
Anschnallen, Status 3 drücken, Motor starten und los geht's auch schon. Kurz vor dem Ausfahrtsschranken wird der Knopf gedrückt, der die schwarze Nacht in Farbe hüllt - das Blaulicht am Dach und am Kühlergrill unseres Rettungswagens leuchtet und blitzt über den aufgehenden Schranken hinweg gegen die Hauswand und auf die Straße.
Um diese Uhrzeit ist außer uns keiner auf den Straßen unterwegs. Wir überqueren die Isar auf der beleuchteten Brücke und fahren am Tierpark vorbei, wo dessen Bewohner gerade ebenso friedlich schlafen, wie der Rest der Stadt. Naja fast - wir sind nämlich hellwach.
Während wir mit Blaulicht über die Straßen der Stadt gleiten, überlegen wir uns, was uns dort nun erwarten könnte. Um welche Schmerzen handelt es sich, wo genau hat der Patient diese Schmerzen und handelt es sich eventuell sogar um einen lebensbedrohlichen Herzinfarkt? Ist der Patient kurz vor der Bewusstlosigkeit aufgrund seiner starken Schmerzen, oder ist es verhältnismäßig eine Nichtigkeit, wie etwa ein verstauchter Fuß oder ähnliches?
Währenddessen ist der Blick immer nach vorne auf die Straße gerichtet und der Anblick, der sich uns nach einigen hundert Metern Fahrt bietet ist nahezu idyllisch - man könnte schon fast sagen kitschig, romantisch.
Das Blaulicht leuchtet die gesamte Straße aus, selbst die Bäume links und rechts am Gehweg sind in blaues Licht getaucht - vor uns der Mond, so groß und tief stehend, als wäre er zum greifen nahe. In dieser Nacht kann man meinen ist die Straßenbeleuchtung überflüssig, da der Mond am wolkenfreien Himmel die Stadt wunderschön ausleuchtet.
Für einen kurzen Moment dürfen wir diesen wundervollen Anblick und die Stille genießen, inmitten der Anspannung der Einsatzfahrt und des noch unbekannten, kommenden Patienten.
Drei Kurven später stehen wir vor der Einsatzadresse, vor dem Haus, in dem wir sehnsüchtig erwartet werden.
Status 4 gedrückt, Blaulicht ausschalten, Warnblinkanlage und Heckwarnleuchten an - für einen Augenblick ist nur das Klacken der Blinker im inneren des Fahrzeuges zu hören - noch einmal für eine Sekunde sammeln. Die Türen gehen auf, wir steigen aus, schultern uns das EKG und den Rucksack und verschwinden durch das Gartentor ums Hauseck, um dort dem bis jetzt unbekannten Patienten zu begegnen.
Unser Rettungswagen steht nun orange leuchtend und blinkend am Straßenrand, Auge in Auge mit dem gigantischen Mond und wartet darauf, dass wir wieder zurück kommen und mit ihm erneut über Münchens Straßen gleiten und sie in blaues Licht tauchen.
Noch weitere zwei Mal in dieser Nacht wird uns der Melder wieder hellwach rütteln, das Treppenhaus uns den Weg zum Auto ebnen, das blaue Fähnchen uns den richtigen Weg zeigen und das Blaulicht die Nacht um ihr düsteres schwarz bringen...

Samstag, 11. August 2018
Klinikpraktikum Anästhesie/Intensivstation
7 Wochen durfte ich im OP auf der Seite der Anästhesie wichtige Dinge für meinen zukünftigen Job erlernen.
7 Wochen Infusionsnadeln legen - 7 Wochen Patienten beatmen und intubieren - 7 Wochen Medikamente verabreichen - und mindestens 5 von 7 Wochen mit einem anderen Namen angesprochen worden...aber dazu später mehr.
Die Kollegen waren sowohl auf Seiten der Pflege, als auch der Ärzte wirklich nett und immer gewillt mir Neues beizubringen.
In den ersten Wochen konnte ich die Themen Beatmung - Beatmungsgerät einstellen - difficult Airwaymanagement - Medikamente und theoretische Grundlagen zur Physiologie der Atmung vertiefen. Immer anhand von realen Beispielen in Form der Patienten im OP.
Was tun, wenn sich der Patient nicht richtig beatmen lässt? Wenn der Sauerstoff bedrohlich niedrig wird und der Patient dabei auch noch mit dem Gesicht nach unten auf dem Tisch liegt...
Oder sich schon von Anfang an die Situation zur Intubation schwierig gestaltet...
Themen, die wir in der Schule nur trocken durchgenommen haben, aber in diesen 7 Wochen ein paar mal mehr als real wurden. Mit einigen guten Tipps und Tricks der Kollegen bin ich nun auch in der Notfallmedizin auf solche Probleme vorbereitet und weiß was zu tun ist.
Mit der Zeit durfte ich auch die richtige Technik des Beatmens erlernen, sowie das einlegen der Larynxmaske - eine Atemwegssicherung für einen Patienten, der in Vollnarkose beatmet wird.
Etwas später durfte ich dann auch die ersten Patienten selbstständig intubieren. So leicht das auch immer aussieht, so schwer ist es in der Realität, wenn man es zum erstem Mal macht.
Aber Übung macht den Meister und so arbeitete ich mich von den einfacheren zahnlosen Patienten zu den jungen Patienten hoch, die noch ein schönes, volles Gebiss hatten.
Auch das Legen einer Infusionsnadel will geübt sein - diese Möglichkeit hatte ich zu genüge. Von blau (ganz klein), über rose und grün (Standardgröße), bis hin zur orangenen (ganz groß) Nadel konnte ich somit in allen wichtigen Größen die Routine trainieren.
grün, grün, grün sind alle meine Kleider...
An dieser Stelle möchte ich eine Kollegin von Seiten der Ärzteschaft etwas näher hervorheben.
Sie blieb mir vor allem deswegen im Gedächtnis, weil sie mich immer Philip-Pascal nannte. Immer, außer in Stresssituationen, oder wenn der Chef- bzw. Oberarzt neben dran stand.
Aber das fiel mir teilweise gar nicht mehr auf.
Ich versuche sie euch mal zu beschreiben (in der Hoffnung, dass sie sich darin selbst wiedererkennt):
*Nahezu jeder Patient bekam Novalgin von ihr. Sollte ich ihr dieses Medikament auch nur mal 2 Sekunden zu spät hingestellt haben, ging sie auf wie eine Furie und schimpfte wie ein Rohrspatz vor sich hin.
Aber trotz dieser...nennen wir es mal kleinen Schikanen...durfte ich von ihr einiges lernen und es wär ohne sie bestimmt nur halb so lustig gewesen. :-D
Nach der Zeit in der Anästhesie war ich anschließend noch 3 Wochen auf der Intensivstation.
Intubierte/Beatmete Patienten, Kardioversionen, Reanimation, Sepsis, COPD - all das waren Krankheitsbilder, die ich dort kennen lernen durfte.
Auch der Tod war leider das eine und andere Mal ein treuer Begleiter.
Neben ein paar Notfallmaßnahmen stand hier die allgemeine Pflege der Patienten und das Abwarten auf Besserung auf dem Programm.
Auch auf der Intensivstation wurde ich vom Ärzte- und Pflegeteam sehr schnell integriert und konnte viel mitnehmen.
Nun sind alle Klinikpraktikas erledigt und den Rest meiner Ausbildung verbringe ich hauptsächlich noch auf dem Rettungswagen, sowie einigen kleineren Schulblöcken.
Grüße an Freunde und Familie nach Österreich,
euer Patrick
7 Wochen Infusionsnadeln legen - 7 Wochen Patienten beatmen und intubieren - 7 Wochen Medikamente verabreichen - und mindestens 5 von 7 Wochen mit einem anderen Namen angesprochen worden...aber dazu später mehr.
Die Kollegen waren sowohl auf Seiten der Pflege, als auch der Ärzte wirklich nett und immer gewillt mir Neues beizubringen.
In den ersten Wochen konnte ich die Themen Beatmung - Beatmungsgerät einstellen - difficult Airwaymanagement - Medikamente und theoretische Grundlagen zur Physiologie der Atmung vertiefen. Immer anhand von realen Beispielen in Form der Patienten im OP.
Was tun, wenn sich der Patient nicht richtig beatmen lässt? Wenn der Sauerstoff bedrohlich niedrig wird und der Patient dabei auch noch mit dem Gesicht nach unten auf dem Tisch liegt...
Oder sich schon von Anfang an die Situation zur Intubation schwierig gestaltet...
Themen, die wir in der Schule nur trocken durchgenommen haben, aber in diesen 7 Wochen ein paar mal mehr als real wurden. Mit einigen guten Tipps und Tricks der Kollegen bin ich nun auch in der Notfallmedizin auf solche Probleme vorbereitet und weiß was zu tun ist.
Mit der Zeit durfte ich auch die richtige Technik des Beatmens erlernen, sowie das einlegen der Larynxmaske - eine Atemwegssicherung für einen Patienten, der in Vollnarkose beatmet wird.
Etwas später durfte ich dann auch die ersten Patienten selbstständig intubieren. So leicht das auch immer aussieht, so schwer ist es in der Realität, wenn man es zum erstem Mal macht.
Aber Übung macht den Meister und so arbeitete ich mich von den einfacheren zahnlosen Patienten zu den jungen Patienten hoch, die noch ein schönes, volles Gebiss hatten.
Auch das Legen einer Infusionsnadel will geübt sein - diese Möglichkeit hatte ich zu genüge. Von blau (ganz klein), über rose und grün (Standardgröße), bis hin zur orangenen (ganz groß) Nadel konnte ich somit in allen wichtigen Größen die Routine trainieren.
grün, grün, grün sind alle meine Kleider...
An dieser Stelle möchte ich eine Kollegin von Seiten der Ärzteschaft etwas näher hervorheben.
Sie blieb mir vor allem deswegen im Gedächtnis, weil sie mich immer Philip-Pascal nannte. Immer, außer in Stresssituationen, oder wenn der Chef- bzw. Oberarzt neben dran stand.
Aber das fiel mir teilweise gar nicht mehr auf.
Ich versuche sie euch mal zu beschreiben (in der Hoffnung, dass sie sich darin selbst wiedererkennt):
- Die, die mich nie bei meinem richtigen Namen nannte.
- Die, die alle Warnzeichen übersieht, bis es zu spät ist.
- Die, die ihr Studium in Österreich absolvierte (Ob man zu dieser Zeit den Doktortitel noch verschenkt hat? Wir werden es wohl nie erfahren).
- Die, deren Patienten sie fragen, ob man diese Anästhesistenausbildung nach der Schule machen kann.
- Die, die ohne Metamizol (= Novalgin) vermutlich komplett aufgeschmissen wäre.*
- Die, die ihr Gehalt quasi bereits direkt bei der Arbeit wieder ausgibt.
- Die, die ihre Macht schamlos ausnutzte und mich armen Praktikanten zu ihrem Vergnügen rumscheuchte.
- Die, deren Umgangston selbst Schwester Rabiata eine Gänsehaut bescheren würde.
- Oder um das alles kurz zusammenzufassen - der Anästhesiedrache oder auch das Anästhesiemonster.
*Nahezu jeder Patient bekam Novalgin von ihr. Sollte ich ihr dieses Medikament auch nur mal 2 Sekunden zu spät hingestellt haben, ging sie auf wie eine Furie und schimpfte wie ein Rohrspatz vor sich hin.
Aber trotz dieser...nennen wir es mal kleinen Schikanen...durfte ich von ihr einiges lernen und es wär ohne sie bestimmt nur halb so lustig gewesen. :-D
Nach der Zeit in der Anästhesie war ich anschließend noch 3 Wochen auf der Intensivstation.
Intubierte/Beatmete Patienten, Kardioversionen, Reanimation, Sepsis, COPD - all das waren Krankheitsbilder, die ich dort kennen lernen durfte.
Auch der Tod war leider das eine und andere Mal ein treuer Begleiter.
Neben ein paar Notfallmaßnahmen stand hier die allgemeine Pflege der Patienten und das Abwarten auf Besserung auf dem Programm.
Auch auf der Intensivstation wurde ich vom Ärzte- und Pflegeteam sehr schnell integriert und konnte viel mitnehmen.
Nun sind alle Klinikpraktikas erledigt und den Rest meiner Ausbildung verbringe ich hauptsächlich noch auf dem Rettungswagen, sowie einigen kleineren Schulblöcken.
Grüße an Freunde und Familie nach Österreich,
euer Patrick
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