Sonntag, 1. Oktober 2017

Wie die Zeit vergeht

Ja die Zeit vergeht rasend schnell und schon ist wieder ein Jahr rum - ein kurzer Rückblick.

Alleine in der Großstadt

Im Oktober letzten Jahres bin ich in München angekommen, alleine und ohne wirklichen Plan von der großen Stadt.
Gut, zugegeben ganz alleine war ich nicht, da mich mein Vater mit dem Auto chauffiert hat.
Nach und nach ging das mit dem Plan von der Stadt auch immer besser. Zumindest wusste ich, wie ich von meinem neuen Zuhause in die Schule, zur Arbeit und in die Innenstadt kommt - ein erster kleiner Erfolg.
Auch das gelegentliche Feiern gehen hilft bei der Ortskunde. Wenn man den einen oder anderen Biergarten besucht, lernt man die Stadt auch kennen. :- )

Neue Schule - neue Freunde

Der Einstieg in das Schulleben fiel mir gar nicht so schwer, wie anfangs gedacht. Ich kam relativ schnell wieder ins lernen rein, nur das viele handschriftliche Schreiben ist immer noch ein wenig ungewohnt (zwecks ehemaliger Laptopklasse und so) :-)
Es war viel zu lernen in diesem Jahr, worauf ich mich allerdings sowieso eingestellt hatte.
Die eine oder andere Prüfung ging auch nicht ganz so toll aus, aber im Großen und Ganzen bin sehr zufrieden mit meiner bisherigen Leistung - kann ruhig so weitergehen.

Mit der neuen Schule kamen natürlich auch neue Freunde, was mir angesichts dessen, dass ich bis dato keinen kannte in München, sehr gelegen kam.
Wie es halt so ist in einer Klasse mit 30 Leuten, versteht man sich mit einigen besser und mit anderen weniger.
Während der Schulzeit ist auch hin und wieder Zeit für ein Bier mit den Kollegen, was während der Praktikumszeit aufgrund der unterschieldichen Schichtzeiten eher weniger geht.

Rettung München Thalkirchen 71/1

Auf diesen Funkrufnamen hört der Rettungswagen (RTW), auf dem ich meine ersten Schritte im Münchner Rettungsdienst machen durfte.
Den Einstieg in den neuen Beruf hat man mir sehr erleichtert, indem die Wachleiterin der Rettungswache Thalkirchen bereits im voraus alle Mitarbeiter über mein Erscheinen informierte und von einigen Kollegen mit den Worten "Ah, du bist der Österreicher, oder?" begrüßt wurde. :-D

Mitterweile durfte ich auch andere Rettungswachen, wie etwa Hadern und Sendling kennen lernen.
Das Einsatzgebiet unterscheidet sich nicht wirklich, außer dass man in Sendling wirklich Innenstadtrettung und somit mehr Verlegungstransporte von Krankenhaus zu Krankenhaus fährt, als auf anderen Wachen.

Blaulicht, Adrenalin und Schweiß

Die Arbeit im Rettungsdienst macht wahnsinnig Spaß. Jeder Tag ist aufs neue eine Überraschung, man weiß am Anfang der Schicht nie, was auf einen zukommt während den nächsten 8 Stunden.
Von "Ich bin vor 3 Tagen gestürzt und jetzt tut's weh", über Herzinfarkte und Schlaganfälle, bis hin zur Reanimation habe ich mittlerweile vieles schon gesehen. Aber kein Einsatz ist wie der andere und jedes Mal wieder eine Herausforderung.

Der kleine Nervenkitzel, wenn man mit Blaulicht durch die Stadt düst und nicht weiß, was einen am Einsatzort erwartet. Das Adrenalin, das durch den Körper schießt, kurz bevor man vor dem Patienten steht und der Schweiß, der einem über den Rücken läuft, wenn man versucht ein Menschenleben zu retten.

All das macht den Job für mich so interessant. Wenn dann ein Einsatz, bei dem es wirklich um Minuten geht auch noch gut ausgeht für den Patienten, ist es umso schöner.


Leider kann man nicht immer helfen, oder das Versuchte reicht einfach nicht mehr aus.
Es gab in diesem Jahr auch belastende Einsätze, die mir nahe gegangen sind. Sei es, weil der Ausgang eines Einsatzes nicht so wie erhofft war, oder weil man einfach nicht helfen konnte.
Diese wurde allerdings im nachhinein im Team besprochen und konnten somit schlussendlich abgehakt werden.

Nicht nur die Praktikas auf dem Rettungswagen, auch das Klinikpraktikum in der Notaufnahme war sehr lehrreich. Ich konnte viel für die Praxis auf dem RTW mitnehmen und einige Techniken, wie i.v. Zugänge legen, EKG schreiben, Lunge auskultieren oder die Anamnese immer wieder üben.

Auf ins zweite Ausbildungsjahr

Es geht bereits weiter mit dem nächsten Schuljahr, lückenlos geht der Übergang in die zweite Klasse. Auch in diesem Jahr erwarten mich viele Prüfungen, spannende RTW- und Klinikpraktikas.
Auf in ein weiteres Jahr voller Spannung.


Nun aber genug der Worte.
In diesem Sinne verabschiede ich mich mit den besten Grüßen aus München.