Der erste Schultag
Am Dienstag, den 04.10.2016 hat der Traum von der Ausbildung zum staatlich geprüften Notfallsanitäter seinen Lauf genommen.
Um 8:30 Uhr morgens machte ich mich auf zur U-Bahn Station, die ca. 3-4 Gehminuten von meinem Wohnheim entfernt ist. Eine Station weiter stieg ich schon wieder aus und machte mich weitere 3 Minuten zu Fuß auf dem Weg zur Berufsfachschule.
Der erste Tag fing mit der Vorstellung des Schulleiters an, der uns von den Bewerbungsgesprächen bei der Ausbildungsorganisation bereits gut bekannt war. Danach legten wir eine kleine Pause ein, in der wir die noch fehlenden Dokumente abgeben mussten und uns für das Zeiterfassungssystem mittels Fingerprint registrierten.
Im Klassenzimmer waren belegte Brötchen und Getränke zur freien Entnahme vorbereitet.
Nach der Pause und vier oder fünf Brötchen mit Lachs, Käse und Schinken, erklärte uns der Schulleiter den kurzen Ablaufplan über die kommenden 3 Jahre und die noch zu erledigenden organisatorischen Dinge in den nächsten Tagen.
Ein kurzer Auszug aus dem, was auf uns zukommt: praktisches Training am Hauseigenen Schulungs RTW, praktische Übungen an modernen und sehr realen Schulungspuppen (atmen, blutet, spricht etc..), ein Besuch bei der Bundeswehr, eine live-Obduktion bei der Gerichtsmedizin und vieles mehr.
Darauf folgte eine kurze Vorstellungsrunde von uns neuen Schülern. Die Klassenkollegen kommen aus ganz Bayern und sogar darüber hinaus.
Insgesamt sind in unserer Klasse drei verschiedenen Rettungsorganisationen (sofern ich mich nicht verzählt habe) vertreten. Während der schulischen Ausbildung bleiben wir allerdings eine gemischte Klasse und werden nicht nach Organisationen aufgeteilt.
Die ersten Schulbücher haben wir auch bereits bekommen, sowie einen dicken, leeren Ordner, in dem wir unsere Skripten ablegen können, die wir im Laufe der Schullaufbahn erhalten werden.
Nachdem die Bücher beschriftet und verpackt wurden, erhielten wir noch unsere Namensschilder für das bessere Kennenlernen untereinander und gegenüber den Lehrkräften und dann ging es auch schon zum Mittagessen.
Ja ganz richtig, am Anfang vom Tag Frühstück in der Schule und jetzt auch noch Mittagessen.
Hierfür ging es zu einem Asiaten, der in der Nähe der Schule liegt.
All you can eat und ein Freigetränk - besser kann ein Schultag kaum enden.


Der zweite Tag - Der erste offizielle Tag beim Arbeitgeber
Heute ging es um viel organisatorisches, wie beispielsweise die Datenschutzunterweisung, die mittels Unterschrift und Handschlag (nein, das ist kein Witz) von jedem Azubi abgesegnet wurde.Von den 32 Schülern in meiner Klasse sind 11 davon (inklusive meiner Person) bei der Aicher Ambulanz Union.
Um 12:00 Uhr ging es, gemeinsam mit dem Ausbildungsmanager, der gleichzeitig unser direkter Vorgesetzter während der Ausbildung ist, zum Griechen um die Ecke zum Mittagessen.
Danach ging es weiter mit der Einführung in das Dienstplanprogramm und einer kurzen Übersicht, wie die praktische Ausbildung auf der Rettungswache über die kommenden 3 Jahre aussieht.
Zum Schluss durften wir noch die Dienstkleidung (Uniform) anprobieren und ein Gruppenfoto, sowie ein Foto für den Dienstausweis machen.
Die Dienstkleidung besteht aus:
weißer Hose mit Reflexstreifen, einem dunkelblauen Poloshirt und einer leucht-orangen Jacke mit Reflexstreifen. Außerdem bekommen wir über die Aicher Ambulanz HAIX Airpower X1 Sicherheitsschuhe für einen sehr geringen Selbstkostenbeitrag, also quasi fast geschenkt.
Was auch ganz klar ist nach diesem Tag, ein Foto mit mir in Uniform werden ihr so schnell nicht zu Gesicht bekommen :-P
Diese sind nämlich..naja sagen wir mal nicht gerade optimal auf meinen Körperbau geschnitten :-D
Im deutschen Rettungsdienst scheint es genug Größen nach oben hin zu geben, da sind (fast) keine Grenzen gesetzt, allerdings für lang und schmal gibt es keine wirklichen Lösungen.
Die Uniform beim ASBÖ Linz passt im Vergleich zu der deutschen sehr sehr gut.
Eines ist allerdings doch wesentlich besser, als bei der ASBÖ Uniform: es gibt Poloshirts und nicht so einen - wie soll ich es am besten formulieren - plastiksackerlähnlichen Poloshirtverschnitt, in denen man nur schwitzt und die sehr unbequem sind :-D
Bevor es nach diesem doch langen Tag nach Hause ging, bekamen wir noch eine nette Kleinigkeit von der Aicher Ambulanz Union geschenkt

Die restliche Schulwoche
Am Donnerstag ging es dann mit dem ersten richtigen Schultag los. Und der startete auch gleich mit dem Thema Einführung in die Anatomie, Physiologie und Krankheitslehre, sowie der Terminologie.
Hier stellte sich auch heraus, wer von meinen Kommilitonen bereits fundiertes Vorwissen im medizinischen Bereich hat und wer nicht.
Diejenigen, die bereits den deutschen Rettungssanitäter gemacht haben (der im übrigen in keinster Weise mit dem österreichischen RS zu vergleichen ist - längere Ausbildungsdauer, Klinikpraktikas, etc.), oder eine Pflegeausbildung angefangen haben, konnten dem vorgetragenen Stoff wesentlich besser folgen, als wir anderen.
Einer meiner Kollegen, der zugleich auch die Ausbildung bei der Aicher Ambulanz macht, kam bereits letztes Jahr in den Genuss dieser ganzen Vorlesungen. Er wiederholt das Jahr krankheitsbedingt und hatte sehr gute Noten beim ersten Anlauf.
Das ist natürlich ein großer Vorteil für uns. In den Pausen, oder teilweise auch während des Unterrichts erklärt er uns "unwissenden" den vorgetragenen Stoff etwas leichter und ausführlich.
Alles in allem sitzt in der Klasse eine bunte Mischung aus Leuten, die bereits im Rettungsdienst tätig sind und welche, die noch nie wirklich etwas mit der Materie zu tun hatten.
Zu letzterer Gruppe muss ich mich auch dazuzählen. Ich habe zwar ein ganz kleines Vorwissen in dieser Hinsicht, aber bei weitem nicht das, was andere schon haben.
Freitags machten wir gleich mit einem neuen Stoffgebiet weiter - dem Nervensystem.
Weder unsere Dozentin, noch wir verstanden es auf Anhieb, warum das Ministerium vorgibt mit einem der schwierigsten Stoffgebiete (Neurologie) im ersten Schuljahr zu starten.
Nach reiflicher Überlegung kamen wir auf den Entschluss, dass die Überlegung (sofern da überhaupt groß überlegt wurde :-D) vom Ministerium folgende sein könnte:
Im Rettungsdienst ist der Schlaganfall einer der zeitkritischsten Krankheitsbilder, die man so rasch wie möglich erkenne muss. Deshalb dürfen wir uns nun bereits mit diesem Thema auseinandersetzen.
Das Wochenende
Das Wochenende habe ich somit mit viel lernen verbracht, da es bereits auf die ersten Tests zugeht.
Am Samstag verbrachte ich den Vormittag, sowie einen Großteil des Nachmittags in der Münchner Stadtbibliothek am Gasteig. Das ist die größte Stadtbibliothek, neben den Stadtteilbibliotheken in München.
Sie umfasst ein riesiges Repertoire an Büchern, CDs und Filmmaterial, sowie praktische und ruhige Lern- und Arbeitsplatzmöglichkeiten für Schüler, Studenten etc.
Ein nettes Plätzchen, das ich auf jeden Fall des öfteren aufsuchen werde.
Den Sonntag habe ich ebenfalls mit Lernen verbracht, allerdings in meinem kleinen, aber feinen Wohnheimzimmer.
Aufgrund der doch schon sehr großen Menge an Lernstoff werde ich die nächsten Tage und Wochen höchstwahrscheinlich keine weiteren Blogeinträge mehr veröffentlichen.
Voraussichtlich Ende Oktober/Anfang November hört, beziehungsweise lest ihr wieder etwas von mir.
Bis dahin macht es gut,
Patrick
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